Blog

Ansätze des Umweltschutzes & Ansätze der Nachhaltigkeit

Die Strategien gegen Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung würde ich nach meinem momentanen Wissensstand in drei Kategorien einteilen:

a) Reduce, Reuse, Recycle:
Der herkömmliche Umweltschutz wie er sich im letzten Jahrhundert langsam etabliert hat und heute üblich ist: Produkte designen, die “weniger schlecht sind”, die z.B. weniger Schadstoffe enthalten, deren Herstellung weniger schädlich ist, die weniger Energie verbrauchen und die zum Teil (meist in minderwertigerer Form) wiederverwendet (downcycled) werden können. Beispiel: Papier -> Altpapier = Ökoeffizienz

b) Soziologischer Wandel & Wachstumsrücknahme:
Radikaler Gegenentwurf zur Konsumgesellschaft und den gegenwärtigen Wirtschaftstheorien; eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität und des Glücksempfindens des Menschen, kann nur durch einen starken Wandel der soziologischen und wirtschaftlichen Denkweise erreicht werden. Ziel ist größtmögliches Glücksempfinden, nicht größtmögliches Wachstum. Eine gesamtgesellschaftliche Um‐Besinnung: weg von der bisherigen Wohlstanddefinition (an Hand der Kaufkraft), hin zu Glück‐schaffende Faktoren die unendlich sind (wie z.B. Gemeinschaft, Wissen, Naturverbundenheit).

c) Cradle to Cradle:
Nicht Reduktion ist die Lösung sondern intelligentes Design, gestützt von uneingeschränktem Konsum: “Produkte, die entweder als biologische Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können oder als „technische Nährstoffe“ kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten werden.” Die Natur imitieren, die zwar im Überfluss produziert, der aber keine Nährstoffe verloren gehen (z.B. Kirschbaum). = Ökoeffektivität

Hinter jedem der Ansätze stecken andere Geisteshaltungen und ganze Wissenschaften.
Dummerweise argumentieren die drei Ansätze teilweise gegeneinander (vorallem c gegen a). Meiner Ansicht nach ist jedoch keiner der drei Ansätze ohne die anderen beiden realisierbar, denn:
a) ist langfristig keine Lösung sondern verlangsamt lediglich den Abstieg.
b) ist zu radikal um friedlich für alle Menschen unter freiheitlich, rechtsstaatlichen Prinzipien umgesetzt werden zu können.
c) ist extrem technikgläubig und vernachlässigt dabei die Tatsache, dass ein Re‐Design aller etablierten Produktionszyklen seit Beginn der Industriellen Revolution bei gleichbleibendem Konsumverhalten in der Praxis nicht schnell und weit genug umsetzbar ist, bevor ein Kollaps der Systeme eintritt.

Mein Fazit: Nur eine Kombination aller drei Strategien kann eine Lösung sein. a) verschafft uns Zeit, b) wandelt die Gesellschaft weit möglichst und c) stellt sicher, dass die zukünftigen Wirtschaftssysteme auf einem neuen Waren‐ und Produktzyklus basieren. Es ist essentiell, dass wir alle drei Modelle im Hinterkopf behalten, wenn wir konzipieren, denken, arbeiten.

Hoffe es war was Neues für euch dabei.
Viel Spaß beim Weiterdenken.

[[ein paar Quellen:]]
http://de.wikipedia.org/wiki/Cradle_to_cradle
http://de.wikipedia.org/wiki/Wachstumsr%C3%BCcknahme
Braungart, M., McDonough, W., Einfach intelligent produzieren. Cradle to Cradle: Die Natur zeigt wie wir Dinge besser machen können. Berliner Taschenbuchverlag, 2008.
http://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie
diverse Publikationen von Alnatura zur Anthroposophie
http://www.adbusters.org/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.